Velkommen til Ripa

Reenactment-Gemeinschaft Valravn

Als Reenactment-Gemeinschaft Valravn sind wir deutschlandweit, aber auch in Dänemark und Italien, auf verschiedenen historischen Veranstaltungen als Darsteller unterwegs und werden dafür auch angefragt und gebucht.
Diese Veranstaltungen können einfache Mittelaltermärkte, Walking Acts, Belebungen historischer Stätten, aber auch Darstellungen in Museen sein.

Unser Engagement dreht sich hauptsächlich um das historisch-wikingerzeitliche Freilichtmuseum Ribe VikingeCenter in Dänemark, das hier vorwiegend beschrieben wird.

Diana aka Strega, Dani aka Jaro(slaw)

Was ist Reenactment?

Reenactment ist die möglichst authentische Nachstellung historischer Ereignisse, Alltagsleben oder Handwerkskunst.

In unserem Fall, dem Wikinger-Reenactment, geht es um die Darstellung des Lebens, der Kleidung, der Handwerkskunst, der Kämpfe und der Bräuche der Wikingerzeit im 8.-11. Jahrhundert.
Dazu rekonstruieren wir historische Ausrüstung, fertigen Gegenstände nach archäologischen Funden an und stellen Alltagsszenen oder Gefechte nach, die sich an Überlieferungen (z.B. Ibn Fadlān, ca. 880 – 960, Bagdad / Irak), und Grabfunden (z.B. Birka, Schweden, Handelszentrum, 8.-10 Jhd.) orientieren.

Unser Ziel ist es, Geschichte erlebbar zu machen – für uns selbst und für unsere Besucher –, um ein möglichst genaues Bild vom Leben der Nordmänner zu vermitteln.

Reenactor-Jahresurlaub als Darsteller in Ribe

Von 2016 bis zur Coronazeit verbrachten wir als Valravn unseren Jahresurlaub in Ribe, Dänemark. Wir waren damals Mitglieder des Kriegerbundes Fenrisfyrd und fuhren mit bis zu 30 weiteren Personen knapp 1.000 Kilometer nach Dänemark, um dem internationalen Publikum historisches Leben näherzubringen. Als gebuchte Darsteller im Freilichtmuseum des Ribe VikingeCenter lagerten wir bis zu vier Wochen zusammen mit vielen weiteren Akteuren aus ganz Europa. Unsere Aufgabe war die Belebung des Langhauses, das Leben in Zelten, das Kochen, das Handwerk, das Lagerleben und vor allem das Leben als Krieger.

Was die Zukunft bringt und wann wir wieder in Richtung Norden starten, ist noch nicht abzusehen, liegt aber in greifbarer Nähe.

Grundsätzliche Anmerkung zum (wikingerzeitlichen) Reenactment:
Rechtes Gedankengut, in Wort, Tat und Bild, ist in der Living-History-Szene verpönt und wird nicht geduldet.

Die um 700 n. Chr. gegründete Stadt Ribe ist die älteste Dänemarks und entwickelte sich zu einem zentralen Handelsplatz der Wikingerzeit. Ihre Lage an der Nordseeküste und am Fluss Ribe Å bot ideale Bedingungen für Handel und Seefahrt. Kaufleute aus ganz Europa brachten Waren wie Glas, Schmuck und Stoffe, während die Wikinger Bernstein, Felle und Eisen exportierten. Ribe war somit nicht nur ein wirtschaftliches Zentrum, sondern auch ein kultureller Treffpunkt, an dem Handwerker und Händler zusammentrafen. Zudem spielte Ribe eine Rolle bei der Christianisierung Dänemarks, da hier früh missioniert wurde.

Ribe VikingeCenter

Das Ribe VikingeCenter ist ein 1992 gegründetes Freilichtmuseum, das etwa zwei Kilometer südlich von Ribe im Dorf Lustrup liegt. Auf einem 12 Hektar großen Gelände werden Gebäude und Gehöfte aus der Wikingerzeit (ca. 700–1000 n. Chr.) rekonstruiert. Besucher können die Wikingerstadt Ripa besuchen und dort authentische Szenen des Alltags erleben: Handwerksvorführungen, Bogenschießen, Falknerei und das Backen von Fladenbrot am Lagerfeuer. Ein Highlight ist die Nachbildung von Ansgars Kirche, Dänemarks erster christlicher Kirche, die um 855 n. Chr. errichtet wurde.

Ein besonderes Ereignis ist die Warrior Week, bei der sich Wikingerkrieger aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden im Ribe VikingeCenter treffen. Während dieser Woche erleben die Besucher spannende Geschichten, Intrigen und Kämpfe. Sie können an Trainingsübungen teilnehmen, die von den Kriegern durchgeführt werden, und sogar selbst in die Rolle eines Kriegers schlüpfen. Für Kinder werden täglich spezielle Trainingssessions angeboten, in denen sie lernen, wie man wie ein Wikinger kämpft.

Das Ribe VikingeCenter bietet somit eine einzigartige Gelegenheit, in die Welt der Wikinger einzutauchen und sowohl ihre Geschichte als auch ihre Kultur kennenzulernen.

Das Zentrum ist von Ende April bis Ende Oktober geöffnet. Neben den täglichen Aktivitäten finden Veranstaltungen wie ein internationaler Wikingermarkt statt. Für Kinder gibt es einen Spielplatz mit Wikinger-Motiven wie der Midgardschlange und dem Fenriswolf.

Auch interessant:
Das Ribe VikingeCenter wird von Jugendlichen gepflegt, die in der sozialen Einrichtung FGU Vest Ribe arbeiten. Sie tragen maßgeblich dazu bei, das Freilichtmuseum authentisch erlebbar zu machen. Sie pflegen Materialien, helfen in Werkstätten, betreuen Tiere, unterstützen im Café und sind damit tief in den sommerlichen Betrieb des Museums eingebunden. Zu erkennen sind sie an ihren einfachen Gewandungen, den teils kaschierten Reithelmen und den Arbeitsschuhen.

Ribe VikingeCenter

Roagervej 129
DK 6760 Ribe

Web: www.ribevikingecenter.dk
Mail: rvc@ribevikingecenter.dk
Tel. +45 75 411 611

Anfahrt auf Google Maps

Ribe VikingeCenter Dänemark

Ripa bietet zahlreiche Stationen, die das Leben der Wikinger erlebbar machen. Besucher können das Langhaus und Handwerkerwerkstätten wie Schmiede, Töpferei und Weberei, Schmuckhändler, das Dorf und das Opfermoor erkunden. Auf dem Markt herrscht reger Handel, während auf dem Thingplatz Versammlungen stattfinden. Tiere wie alte nordische Rassen beleben die Siedlung.
Auch eine Bootsanlage zeigt die Bedeutung der Seefahrt.

Interaktiven Plan öffnen

Leider beschreibt das Video das Ribe VikingeCenter etwas ungenau. Es ist allerdings das einzige Video, das ich über das Freilichtmuseum finden konnte, das fast alle Schauplätze zeigt.

Das Video wurde erstellt von Lichtderweltfotos und wurde nicht von mir besprochen.
Das ist also nicht MEINE Stimme 😉

Tradition ist, dass der Fenrisfyrd befreundete Krieger in seiner Unterkunft, der Gastgebery, empfängt und bewirtschaftet. Entsprechend ist die sprachliche Geräuschkulisse sehr durchmischt.

Ein weiteres Highlight im März jedes Jahres ist das Ripa Training, ein viertägiges Trainingswochenende, das von der Ripa Vikingekampgruppe organisiert wird. Dieses Event kombiniert historische Kampftechniken mit einem authentischen Erlebnis der Wikingerzeit. Teilnehmer haben die Möglichkeit, verschiedene Waffen zu erlernen und ihre Fähigkeiten in realistischen Szenarien zu testen. Das Training legt besonderen Wert auf die historische Genauigkeit und das Verständnis der Wikingerkriegsführung.

Dabei wird der Linienkampf intensiv für die Aufführungen während der Warrior-Week im August geprobt.

Der Linienkampf

Der Linienkampf ist eine, seit der Antike überlieferte, Formationskampftaktik (zum Beispiel griechische Phalanx und römische Legion) und wurde später im Mittelalter in Form von Schildwällen und Schlachtreihen weitergeführt.

Beim Zweireihen-Linienkampf läuft es wie folgt ab:

  • Die Krieger der ersten Reihe bilden mit ihren großen Schilden eine geschlossene Front. Sie schützen sich selbst und ihre Kameraden hinter sich. Oft wird ein Schildwall gebildet, bei dem sich die Schilde überlappen, um eine fast undurchdringliche Barriere zu schaffen.
  • Die zweite Reihe besteht aus Kriegern mit langen Speeren oder Lanzen, die hinter dem Schildwall stehen. Diese ragen über die Schultern der Schildträger hinweg nach vorne. So können sie Gegner attackieren, ohne den Schutz der vorderen Reihe zu verlieren.

Diese Kombination aus Verteidigung (Schilde) und Angriff (Speere) war in vielen Kulturen ein wesentliches taktisches Mittel – von der griechischen Phalanx über römische Formationen bis hin zu wikingerzeitlichen Schildwällen.

Minute: 6:20 Aus der Sicht des Kriegers

Asatru ist in Dänemark offiziell als Religion anerkannt und wird vertreten durch Forn Siðr – Ásatrú- og Vanetrossamfundet i Danmark.

Im August 2018 wurden meine Frau und ich, in der Zeremonie des Handfasting, einander übergeben. Vollzogen wurde sie von Gudrun Victoria Gotved, der in Dänemark bekanntesten Asatru-Autorin und Mitbegründerin des dänischen Asatru-Religionsverbandes Forn Siðr. Sie war damals als Völva (eine Art Seherin oder Ritualpriesterin (gode)) am Ribe VikingeCenter tätig.

Die Hochzeit wurde für das Publikum in den Tagesablauf integriert und wäre in Dänemark rechtskräftig, ebenfalls in Deutschland auf Antrag.

Das Alltagsleben am Hafen von Ripa mit dem Fenrisfyrd.

Der Jarl ist tot und wird auf seine letzte Reise geschickt.

Ein Jarl ist das Oberhaupt einer Sippe. Für das Publikum wird der letzte Gang des Jarls und eine Feuerbestattung auf einem Floß dargestellt. Nachdem sich alle Darsteller und das Publikum von dem, im Langhaus aufgebahrten, Jarl verabschiedet haben, begleitet der Kriegertross den Leichnam zum Hafen. Dort wird er von der Völva geweiht, auf ein Floß gebettet und von Pfeilen in Brand gesteckt.

Anmerkung: Natürlich wurde der Darsteller des Jarls (Keiler) noch schnell gegen eine Strohpuppe getauscht und nicht verbrannt 😉

Das Leben der Krieger in der Stadt Ripa. Training rund um die Häuser und ein abendliches Gelage.
Dargestellt von der dort ansässigen Ripa Vikingekampgruppe.

Das Lied Regin Smidur der färöischen Band Týr ist eine Vertonung einer alten färöischen Ballade (Kvæði), die zur nordischen Heldendichtung gehört.

Die Ballade selbst erzählt von der Völsungensage, genauer von Regin, dem Schmied, und dem Helden Sigurd (Siegfried):

  • Regin schmiedet für Sigurd das berühmte Schwert Gram.
  • Mit diesem Schwert erschlägt Sigurd den Drachen Fáfnir, der einen großen Schatz hütet.
  • Regin, selbst von Gier getrieben, fordert von Sigurd einen Teil des Schatzes.
  • Schließlich erkennt Sigurd Regins Verrat und erschlägt auch ihn.

Die Ballade ist Teil der färöischen Kvædir-Tradition, die Geschichten der nordischen Mythologie und Heldensagen in gesungener Form überlieferte. Týr vertont diese Texte in moderner Folk-Metal-Form, bewahrt aber den ursprünglichen Erzählkern.

Das Video zu Regin Smidur wurde in Wolin (Polen) aufgenommen.